Abteil Nr. 6

Originaltitel: Hytti nro 6


Produktion: Finnland


Dauer: 107 Minuten


FSK: 12


Regie: Juho Kuosmanen


Darsteller: Seidi Haarla, Juri Borissow, Julija Aug, Dinara Drukarowa, Tomi Alatalo, Polina Aug, Galina Petrowa

Nur wenige Menschen zieht es im Winter ins eisige Murmansk am nördlichen Polarkreis. Die schüchterne finnische Archäologiestudentin Laura aber ist fest entschlossen, die berühmten Felsenmalereien der Stadt zu besichtigen – eine unglückliche Romanze, die sie in Moskau hinter sich lässt, motiviert ihren Entschluss umso mehr. Die Aussicht auf eine beschauliche Eisenbahnreise zerschlägt sich schnell als Laura ihren Mitreisenden im Abteil Nr. 6 kennenlernt: Ljoha ist Bergarbeiter, trinkfest und laut, ein Typ, der keine Grenzen zu kennen scheint und Lauras schlichtweg ignoriert.

Doch während der nächsten Tage ihrer gemeinsamen Reise müssen die ungleichen Passagiere auf engstem Raum miteinander auskommen lernen. Der Beginn einer unerwarteten Annäherung.

Mit seinem Boxer-Drama „Der glücklichste Tag im Leben des Olli Mäki“ wurde Juho Kuosmanen 2016 bekannt und gewann gleich den Hauptpreis der Cannes-Nebensektion Un Certain Regard. Fünf Jahre später stieg er in den Wettbewerb auf, wo „Abteil Nr. 6“ mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet wurde.

Als Vorlage diente der auch in Deutschland erschienene Bestseller von Rosa Liksom, den Kuosmanen jedoch auf bezeichnende Weise veränderte. Führte die Reise im Roman noch in die Mongolei, führt sie im Film von Sankt Petersburg nach Norden und damit in eine Region, um die es zwischen Russland und Finnland immer wieder Konflikte gab. Um das fragile Verhältnis der Nationen und damit auch das Verhältnis Lauras zu Ljohas zu verstehen hilft es, zu wissen, dass Finnland gut einhundert Jahre eine russische Republik war, die zwar mit weitreichender Autonomie ausgestattet, aber eben nicht unabhängig war. Erst mit Gründung der Sowjetunion wurde auch Finnland zum ersten Mal in seiner Geschichte vollständig unabhängig, entging dann in der Spätphase des Zweiten Weltkriegs nur knapp dem Schicksal etwa der baltischen Staaten, die von der Sowjetunion besetzt wurden.

Mi
18.05.
18:15

Nichts verpassen?

Mit unserem Newsletter bleiben Sie immer auf dem aktuellen Stand. Melden Sie sich kostenlos und unverbindlich an.